Wenn der Regen fehlt – was die Trockenheit mit unserem Wild macht
Shownotes
2026 war in Oberösterreich außergewöhnlich trocken – und die Folgen treffen nicht nur Wälder und Wiesen, sondern auch unsere Wildtiere.
In dieser Folge geht es um die Frage, was anhaltende Trockenheit konkret für Rehwild, Rotwild, Gams, Hase und Fasan bedeutet. Wir sprechen über fehlendes Wasser, schlechtere Nahrungsqualität, deutlich geringere Körperreserven und darüber, warum gerade die Brunft für geschwächte Tiere zur zusätzlichen Belastung wird.
Außerdem klären wir:
- Warum einzelne Regenfälle ein monatelanges Niederschlagsdefizit nicht ausgleichen
- Weshalb Wildtiere auch bei sichtbarer Vegetation unterversorgt sein können
- Warum manche Tiere heuer deutlich leichter sind als üblich
- Welche Folgen erst im Herbst und Winter sichtbar werden könnten
- Welche Rolle der Wald als Rückzugsraum und Nahrungsquelle spielt
- Wie Trockenheit Hase, Fasan und anderes Niederwild trifft
- Warum trotz schwieriger Bedingungen weiterhin gejagt wird
- Und ob wir uns durch den Klimawandel künftig häufiger auf solche Jahre einstellen müssen
Mit Philipp Stögner, Lydia und Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner.
Transkript anzeigen
00:00:08: Herzlich willkommen zu Wildwechsel, der andere Blick auf die Natur dem Podcast des Oberösterreichischen Landesjagdverbandes.
00:00:17: Wir wollen in diesem Podcast regelmäßig ein bisschen genauer hinschauen was passiert eigentlich in unseren Wäldern?
00:00:22: Auf unsere Wiesen und Feldern?
00:00:24: Und wie hängen Wildtiere ihre Lebensräume das Wetter und natürlich auch wir Menschen miteinander zusammen?
00:00:32: Ich bin Philipp ich bin Jäger und Mitglied des Ober österreichischen Landeshallschuss.
00:00:37: Ja und ich bin die Lydia, bin keine Jägerin.
00:00:40: Und genau deshalb darf ich hier hoffentlich auch heute die Fragen stellen, die sich Menschen stellen, mit der Jagd bisher weniger Berührung hatten.
00:00:48: Und gemeinsam stellen wir diese Fragen unserem obösterreichischen Landesjägermeister Herbert Sieckertsleitner.
00:00:53: Schön dass du da bist!
00:00:54: Danke für die Einladung.
00:00:57: Wir sind gleich bei unserer ersten Folge heute mittendrin.
00:01:00: statt nur dabei ein Thema zu finden war nicht schwer denn man hat sich in den vergangenen Monaten überall gesehen gespürt.
00:01:07: Mittlerweile sieht jeder, der die Augen offen hat auch die Auswirkungen immer stärker in der Natur.
00:01:13: twenty-sixundzwanzig war einfach außergewöhnlich trocken und heiß In Oberösterreich, wenn man in die Statistik schaut, hat's von Jahresbeginn bis Mitte August ungefähr so im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt zweiundvierzig Prozent weniger Niederschlag gegeben.
00:01:29: Österreichweit war es der heißeste Sommer seit dem Beginn der Messgeschichte.
00:01:34: Wann hat die begonnen, ungefähr ein paar Jahre bevor Mozart seine ersten großen Stücke komponiert hat?
00:01:40: Mozart ist schon etwas länger hier, wenn man sich das auch so ein bisschen vorstellt.
00:01:45: Und deshalb wollen wir heute wissen was bedeutet denn so ein Jahr eigentlich für unsere Wildtiere im Land?
00:01:51: Was passiert, wenn über Monate Wasser und hochwertige Nahrung schlicht und einfach fehlen?
00:01:56: Und vor allem ist das Problem mit dem Sommer jetzt vorbei oder kommen richtige Folgen vielleicht erst im Herbst oder im Winter auf uns zu?
00:02:04: Herbert, fangen wir vielleicht von ganz vorne an.
00:02:06: Wir haben alle gemerkt es war heuer einfach trocken!
00:02:10: Überall ist es braun aufgegangen auf den Wiesen zum Beispiel auf den Feldern.
00:02:15: aber wenn du so auf unsere Revierer in Oberösterreich und auf die Lebensräume schaust wie außergewöhnlich wurden das ja wirklich?
00:02:22: Was?
00:02:22: ich denke für die Natur selber sind solche Erscheinungen gar nicht so unüblich.
00:02:26: Die Natur selber kann gut damit umgehen, das Problem bekommen am ehesten wir Menschen mit unseren Lebensweisen auch Wirtschaftsweisen aber natürlich auch Wildtiere, die da mithin zusammenhang stehen und in vielen Wechselbeziehungen stehen.
00:02:41: also es war ein sehr spezielles Jahr und durchaus an den Auswirkungen absolut außergewöhnlich.
00:02:47: Aber gerade im Sommer hat es zwischendurch durchaus auch Gewitter gegeben und da kommt dann wirklich innerhalb kürzester Zeit sehr viel Wasser herunter.
00:02:56: Warum reicht so etwas nicht?
00:02:58: Wenn's jetzt einmal an ganzen Abend ordentlich regnet, dann müsst ihr eigentlich das für die Natur doch zumindest eine gewisse Entspannung bringen oder?
00:03:05: Wir sind der Region euch zuhause, bei einem südlichen Österreich hat es nicht einmal diese Gewitter gegeben.
00:03:10: Bei mir zu Hause heißt die Region im Land des Regens – die Gewitter hat's heuer nicht gegeben.
00:03:16: aber wenn welche waren dann waren sie so intensiv und so kurzfristig dass die Mengen an Wasser die gefallen sind werden gar nicht so wenig gewesen oberflächlich abgeronnen sind.
00:03:29: Das Wasser war dann letztendlich nicht pflanzenverfügbar und damit auch für die Wildtiere nicht verfügbar.
00:03:35: Also diese schweren Gewitterregen sind leider nicht ausreichend gewesen, um die Situation grundlegend zu verändern.
00:03:43: Gut das heißt wir dürfen uns also nicht nur anschauen wie viele Liter Regen irgendwann einmal punktuell kurzfristig heruntergekommen sind sondern auch wann und wie diese wasser tatsächlich zur Verfügung stehen.
00:03:55: Herbert wollen wir mal konkret eine Reh nehmen?
00:03:57: Was bedeutet denn jetzt so ein Sommer für dieses Tier?
00:04:00: Ist das Problem oder das primäre Problem tatsächlich der Durst?
00:04:04: Es geht nicht nur um den Durst allein, natürlich ist der Wassermangel auch ein Problem.
00:04:10: Allerdings muss man wissen dass wiederkauern fallen konzentriert selektieren wie das Rehwild ganz viel Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen.
00:04:19: Über die E-Song sagen wir Jäger als über das ganz normale Futter.
00:04:22: und da ist das eigentliche Problem, dass Futter aber heuer extrem trocken durch diese langen Trocken an Hitzephasen hat.
00:04:30: Das normale Krönfutter zum Beispiel ist sehr viel weniger Wassergehalt, als es üblich oder normal ist.
00:04:35: Und dann bekommt das Reh natürlich einen Engbaus.
00:04:38: und wenn dann natürliche Wasserkwellen auch versiegen oder eben nicht ausreichend nachgespeist werden, dann wird's tatsächlich enger.
00:04:47: Das wäre jetzt meine nächste Frage.
00:04:48: Muss er regelmäßig zu einem Bach oder an einer Wasserstelle gehen und trinken?
00:04:53: Oder ist es normalerweise schon so dass tatsächlich ein grosser Teil des Wassers über die Nahrung bekommt?
00:04:58: Also wenn die Grundesong das Grönfutter ausreichend Flüssigkeit hat, brauchen sie tatsächlich nur einige Male in der Woche zu Wasserquellen gehen.
00:05:09: Nachdem das heuer nicht der Fall war haben Sie die Rehe oft bei künstlichen oder natürlichen Wasserquällen förmlich angestellt weil Sie einen extremen Bedarf und Mangel gehabt haben und dies waren wirklich außergewöhnlich.
00:05:21: Beobachtungen hat man unseren Breiten kaum gemacht.
00:05:24: Dazu natürlich die extreme Hitze auch in der Nacht, keine Abkühlung, Truppennächte über zwanzig Grad.
00:05:30: also die Tiere sind da eine extreme Stresssituation
00:05:33: geraten.".
00:05:34: Das betrifft natürlich nicht nur die Tiere sondern auch die Pflanzenwelt und wenn man sich überlegt die Pflanzen brauchen natürlich Wasser zum Wachsen um Fotosynthese betreiben zu können damit das Ganze Pflanzenwerk einfach funktioniert.
00:05:47: Jetzt ist das Wasser nicht da, viele Pflanzen sind ganz abgestorben.
00:05:51: gerade wenn man so im Flachland in der Region Welt zum Beispiel gefahren ist dann war es links und rechts braun neben den Straßen also Pflanzen einfach so dass man als Laie sieht des wird nichts mehr wahrscheinlich.
00:06:02: andere Pflanzen sieht zwar vielleicht noch grün aber haben sehr wenig Wasser in sich wie wir jetzt gerade gehört haben.
00:06:09: Das heißt unterm Strich schlägt sich das natürlich auch auf die Futterqualität Tät nieder, das heißt dass was das Rädern noch zum Beißen hat.
00:06:18: Das ist auch nicht mehr so gut wie es eigentlich sein sollte.
00:06:22: Genau, es geht ja bei den Pflanzen nicht nur um die Flüssigkeit.
00:06:24: Die Pflanze besteht aus einem Großteil als Flüssigkeit aber ist natürlich letztendlich auch Energie und Eiweißlieferant.
00:06:30: Und wenn da ein großes Defizit ist dann ist dort natürlich auch dieser Eiweiss- und Energiemangel in der Pflanzen und dann in weiterer Folge über dem, der das Fresser soll nämlich bei den Wildtieren.
00:06:41: Der Mangel zieht sich durch von der Flüssigkeit über die Qualität.
00:06:45: Und das hat immer direkt die Auswirkung auf die Konstitution und die Kondition der Wildtiere.
00:06:51: Also vereinfacht gesagt, ein Tier kann quasi trotzdem noch was zum Fressen finden und trotzdem aber eigentlich nicht ausreichend versorgt sein?
00:06:58: Ja, Wildtiire sind wirklich genial angepasst von der Natur so ausgestattet dass sie mit solchen imbessen durchaus umgehen können.
00:07:06: Aber es hat auch Auswirkungen.
00:07:08: Es ist ja natürlich, wenn es richtige Fasern sind, auch verhungern oder letztendlich einen natürlichen Tod sterben.
00:07:15: Also das ist ja alles Natur!
00:07:17: Es ist nur in unserer Wahrnehmung und in unserem gesellschaftlichen und auch gesetzlichen Auftrag dafür zu sorgen dass es Wildtieren gut geht heute natürlich auch differenziert zu betrachten.
00:07:28: wir könnten dazu schauen sagen ja es ist eh alles egal was da draußen passiert geht ebenso nicht, weil die Wildtiere natürlich sehr eng in den verschiedensten Wechselwirkungen und Beziehungen mit unseren Lebens- und Wirtschaftsweisen stehen.
00:07:43: Jetzt bekommen wir aus den obösterreichischen Revieren ja teilweise schon Berichte, zum Beispiel gerade vor kurzem mit Jägern aus dem Salzkammergut gesprochen.
00:07:50: Die haben eine Hirsche bei sich im Revier und die sagen, sie sind momentan zwanzig-dreißig Kilo leichter als sie üblicherweise um diese Jahreszeit sind.
00:07:58: Das verändert sich ja über den Jahresverlauf ein bisschen.
00:08:02: aber so jetzt im August September zwanzigg dreißig kilo das ist schon... Denke ich doch, wenn mir sowas in häufiger Form natürlich nicht im Durchschnitt oder überall aber sehr häufig momentan feststellen.
00:08:16: Genau die Erscheinungen sind heuer sehr speziell.
00:08:19: es kommt immer wieder mal vor aber meistens bei Krankheitsbedingten.
00:08:21: heuer haben wir's... praktisch flächendeckend den ganzen Oberösterreich von den Niederwildrevieren bis ins Hochgebirge.
00:08:28: Und was heißt das, wenn du sagst zwanzig bis dreißig Kilo weniger?
00:08:31: Das sind ja genau die Energiereserven, die Wildtiere brauchen um dann eben eine Notzeit bei uns der Winter wo es keinen Essungszugang gibt zu überleben.
00:08:41: und da sind die Wildtiere im Speziell vom Körper her darauf konditioniert diese Körperreserven aufzubauen in der Zeit wo es gute Essen gibt, was genug Essen gibt Und das fehlt heuer.
00:08:52: Und daher wird die dramatische Auswirkung fürs Wild, vor allem bei jenen Wildorten, die nicht gefüttert werden, wahrscheinlich erst im Spätherbstwinter und dann im Spätwender
00:09:03: kommen.".
00:09:04: Beim Rotewilder kommt ja jetzt noch was dazu, was ich als Nichtjägerin vermutlich total unterschätzen würde – Die Brunft steht an!
00:09:10: Die Brünft beginnt gerade….
00:09:12: Was passiert eigentlich mit einem Hirsch während der Brunft?
00:09:15: Und warum braucht er dafür so viel Energie?
00:09:18: Genau, das ist etwas was man nicht gegen auf jeden Fall erklären muss.
00:09:21: Die Beirrungszeit des Rotwildes dauert etwa so drei, maximal vier Wochen und ist ein enormer Energieverbrauch vor allem für die Männchen, für die Hirsche.
00:09:35: Weil sie in dieser Zeit praktisch nichts fressen.
00:09:37: Sie konzentrieren sich ausschließlich auf die Liebe, auf das Werben am ihre Partnerinnen.
00:09:42: oder geht es um die Fortpflanzung also um ihren urengsten Auftrag den sie biologisch haben?
00:09:47: und in der Zeit wird Körperfett abgebaut und gebraucht.
00:09:51: Und wenn das aber nicht verhandelt ist, so wie heuer.
00:09:54: Dann gehen die Tiere zum Teil an dieser Überbelastung dann auch in eine extreme Notsituation.
00:10:00: Da kommt der Winter und das kann wirklich dramatisch werden.
00:10:04: Das kann zum Teil durch Fütterung nicht mehr abgedeckt werden.
00:10:07: Aber das wissen wir noch nicht genau.
00:10:08: Die Prampfzeit, die jetzt mit dem September bei uns beginnt und bis Mitte Oktober oder Zehnte Oktober dauert wird echter Herausforderung heuer für das Rotbild.
00:10:18: Und wenn es normal ist, dass ein Hirsch während der Brunft quasi Gewicht verliert.
00:10:23: Was passiert dann, wenn er schon mit deutlich weniger Reserven in den Winter geht?
00:10:26: Also kurz nach der Brünft ist eine sehr große Ruhianspruch der Hirsche.
00:10:32: also da ziehen sie sich total zurück nehmen wieder Nahrung auf und konzentrieren sich in dieser Zeit wirklich nur auf das Überleben sozusagen auf das Aufbau von fettern.
00:10:42: feestreserven sagen wir in der Jägesprache.
00:10:45: Aber das geht halt alles nur dann, wenn sie noch in einer entsprechenden Konstitution sind.
00:10:49: Wenn Sie schon so geschwächt sind, dass es gar nicht mehr geht oder wenn's dann noch einmal Störungen gibt und vielleicht eine weitere Trockenheit folgt – ich weiß ja noch nicht zu Ende – ein metrologisches Wissmann, den was noch alles kommt… Dann wirds fürs Wild!
00:11:02: extrem eng.
00:11:03: Das Rotwild wird dann zwar gefüttert ab Mitte Oktober, da haben wir dann schon die Chance manches zu kompensieren.
00:11:09: das werden auch machen seine Kernaufgabe der Jagd.
00:11:12: schauen mal wie sich das ergibt.
00:11:14: aber wir haben ja echt Befürchtungen dass auch beim Rotwilde gerade nach der Brunft eng wird.
00:11:20: Jetzt haben wir über Rehe gesprochen und über das Rotwilt also über die Hirsche.
00:11:25: Die können gefüttert werden im Winter.
00:11:27: Jetzt gibt es aber auch Wildarten, die nicht gefüttern werden im winter weil das nicht funktioniert einfach.
00:11:32: Wir sind beim Ganz-Wild angekommen eine ganz besondere Wildort in Oberösterreich.
00:11:37: diese Tiere leben noch in höheren Lagen.
00:11:40: dort ist die Vegetationsperiode sowieso.
00:11:41: sie beginnt später natürlich weil dort länger Schnee liegt oder weil die kalten Temperaturen länger dort vorherrschen oben am Berg und sie ist natürlich früher zu Ende aus dem gleichen Grund weil sie einfach in höherer Lage Kühler ist und nicht so lebensfreundlich.
00:11:55: Was heißt jetzt zu einem trockenen und trotzdem auch heißer Sommer, in höheren Lagen für die Gams?
00:12:02: Der Gams ist für mich am meisten betroffene Wildort von allen Themen, die wir gesprochen haben.
00:12:09: Wir kommen dann zum Niederwildern nach.
00:12:10: Aber der Gams in vielerlei Hinsicht betroffen, zwar negativ betroffen.
00:12:15: Zum Einen das was du gesagt hast ja sowieso schon im Grenzlemsbereich also wo es wirklich hart wird.
00:12:22: Dann ist das natürlich ein Bereich, der in den letzten Jahrzehnten doch immer entsprechende Schneereserven bis in den Spätsommer hinein hatte.
00:12:31: Auch dort wo kein Gletscher ist und diese Schneeserven, diese Schneefelder, die man oft im Toten Gebirge zum Beispiel sieht sind weg.
00:12:38: Die hat es heuer gar nicht gegeben, die waren dem Julischer Weg.
00:12:40: Das heißt dort fallen die Wasserspeicher völlig aus.
00:12:44: dann kommt ihm dazu wie auch beim Rebuild die deutlich schlechtere Futterqualität.
00:12:48: Da kann sich extrem genug sein!
00:12:51: Aber er braucht trotzdem was.
00:12:53: Und wenn das Futter dort gar nichts hergeben, dann geben zum Beispiel die Geißen die Motordiere sehr viel weniger und vor allem gehaltärmere schlechtere Milch.
00:13:01: Und wir haben – ich habe leider selber in meinem Revier schon mehrere Gams-Geißen beobachtet, die ihre Kids verloren haben, die sie abgestoßen haben, aber die letztendlich sozusagen am Mutterleib fast verhungert sind.
00:13:13: Das wird wirklich dramatisch!
00:13:15: Der Gams ist aus meiner Sicht die Wildart, die auch nicht wirklich ausweichen kann auch nicht gefüttert werden kann.
00:13:21: Das geht beim Gamser aus verschiedenen Gründen, daher wird der Gams wirklich ein Ausnahmejahr überleben müssen oder vielleicht auch sterben müssen.
00:13:31: also das ist
00:13:31: dramatisch.".
00:13:32: Dann hat er Gams im Grunde ja noch weniger Zeit und schlechten Sommer quasi wieder aufzuholen, oder?
00:13:38: Ja dann kommt beim GAMS dasselbe dazu was da vorher gefragt hat mit dem Rotwilk die Präumftis bei einem Gams in November, also nach später!
00:13:45: Da werden diese Reserven gar nicht da sein auch gebraucht.
00:13:49: Gerade die Böcke werden heuer in eine extreme Notsituation kommen und wenn man dann weiß, dass es doch oft Schneelagen gibt in diesen Höhenlagen, die trotzdem bei uns immer noch Niederschläge bringen, also mit der Meter oder anderthalb Meter Schnee an einem normalen Jahr schon weiss das für das Gleimswild eng wird, dann wird's herrige Jahre besonders herausfordernd.
00:14:10: Das haben wir schon sehr gespannt und beobachten das mit sehr viel nicht nur Wachsamkeit sondern auch mit großer Sorge.
00:14:18: Man merkt es jetzt schon, in der Früh wird es ein wenig kühler.
00:14:20: Der Herbst steht vor der Tür und hoffentlich natürlich gibt's jetzt auch wieder mehr Regen!
00:14:25: Für uns Menschen ist das nach einem trockenen Sommer.
00:14:27: Es kommt der Herbst, es kommt wieder mehr regen dann ist alles wieder Geschichte.
00:14:31: Es ist wieder vergessen dass er trockener Sommer war.
00:14:33: Warum beschäftigt euch Jägerinnen und Jägern diese Trockenheit trotzdem da noch im Winter?
00:14:39: Für uns Menschen ist es so einfach, weil wir haben dieselbe Nahrung wie sonst.
00:14:42: wir gegen eine Supermarktere versuchen auch selber.
00:14:45: Für uns hat sich ja in der Ernährung nichts verändert.
00:14:47: Also unser körperlicher Zustand ist einmal alle mal gut.
00:14:51: Beim Wild ist das, wie man schon gesagt haben im Definitiv ein, dass da entscheidet die Natur ganz viel.
00:14:55: Und das ist genau die große Herausforderung, dass die Wildbrettgewichte heuer jetzt schon bei den Stücken, die erlegt werden und bejagt oder gefunden werden, sehr grenzwertig sind.
00:15:06: Jetzt wissen wir eben – es besteht die Chance gar nicht mehr aufzuholen!
00:15:10: Die Zeit ist zu kurz, die Qualität des Futters kann im Herbst nicht besser werden, weil Vegetationsende jetzt eigentlich ist.
00:15:18: Also die Chance gibt gar nichts mehr, das Wasser was da ist wird nicht dazu führen um die Kondition dieser geschwächten Tiere.
00:15:25: Das heißt, es wird beim Wild heuer die Natur ein ganz maßgeblicher Fakt oder Regulation sein.
00:15:33: Also man muss damit rechnen dass im kommenden Winter mehr Wildtiere einfach verenden?
00:15:37: Es wird so sein.
00:15:38: wir können damit auch leben weil es grundsätzlich eine natürliche Erscheinung ist.
00:15:41: wichtig ist das wir Menschen uns dann auch danach halten oder danach ausrechten und unser Eingriff unserer nennt das heute modern mit dem modernen Begriff Wildtier Management danach ausgerichtet werden muss, das heißt beobachten und dann die richtigen Entscheidungen treffen.
00:15:59: Das wird heuer ganz wichtig werden.
00:16:01: Wenn die Sonne jetzt herunterbrennt über so einen Sommer, dann haben natürlich unterschiedliche Lebensräume nehmen diese Sonnenlicht ein bisschen anders auf also dort wo ganz wenig Pflanzen sind zum Beispiel auf Feldern.
00:16:12: dort ist die Verdunstung natürlich auch dementsprechend leichter und irgendwann ist der Bodenstaub trocken leichter.
00:16:19: unter Anführungszeichen tun sich vielleicht noch die Wälder.
00:16:22: Jetzt ist aber heraus in den Wiesen nichts zum Essen da, ich sage jetzt absichtlich Unweibmännisch für die Rehe für unsere Wildtiere
00:16:30: z.B.,
00:16:31: das heißt sie werden wahrscheinlich in den Wald gehen.
00:16:34: Welche Auswirkungen hat es dann wieder im Zusammenspiel mit Wild und Wald wenn die Wildtieren noch mehr in dem Wald gedrängt werden?
00:16:44: Da sprichst du jetzt ein sehr komplexes Thema an, weil die Zusammenhänge sehr komplex sind.
00:16:49: Für einen Auszustehen vielleicht weniger.
00:16:51: Also die Forestwirtschaft leidet unter den Auswirkungen des Klimawandels.
00:16:55: die Baumortenzusammensetzungen unserer Welt auch wissen wir.
00:16:59: und jetzt kommt eben genau dieser Faktor extreme Trockenheit dazu der auch durchaus trockenresistente Baumarten in Stresssituationen versetzt genauso wie die Wildtiere.
00:17:09: Und dann kommt es dazu Was du jetzt angesprochen hast, dass die Waldvegetation oft die einzige Nahrungsquelle für unsere Wildtiere ist.
00:17:18: Weil eben wenn man heuer durchs Land gefahren ist bei uns ins Haus geschaut wie in Kroatien also wirklich alles braun war ein bisschen regionaler bis landtisch schiedlich.
00:17:26: aber wann ich so die Welser heidern so das Gebiet da bin ja braum mit durchgefahren auch sein Viertel.
00:17:30: Da war es echt alles braune.
00:17:33: Die letzten grünen Bereiche waren die Welt.
00:17:36: Und jetzt passiert dann das, was logisch ist.
00:17:38: Die Wildtiere müssen sich dann ihre letzte Nahrungsquelle im Wald sozusagen suchen und dort Nahrung aufnehmen.
00:17:46: Das ist dann wieder konterkarierend zu den vorstlichen Zielsetzungen, dass nicht mehr verbies tragbar ist.
00:17:53: Und das wird eben auch wieder eng.
00:17:57: Da greift so ein Zahn oder ein Rad in das andere.
00:18:01: Als Außenstehender denkt man sich, ja ist eh egal.
00:18:03: Ist eben nicht egal, weil die Vorstwirtschaft auch eine Problemsituation und die Welterstress-Situation haben.
00:18:09: Das Wild macht das was natürlich ist.
00:18:12: Darf es aber dann nicht?
00:18:13: Weil durchaus auch ökonomische ökologische Zielsetzungen dagegen sprechen.
00:18:18: also das wird schon ein bisschen ein Negativspirale, die nicht gut ist, die wir aber nur bedenkt beeinflussen können.
00:18:27: Aber ein sehr gutes Beispiel dafür, wie viele Dinge eben zusammenhängen und wo ein Rädchen dann ins andere greift.
00:18:33: Egal ob es positive oder natürlich auch dann wie von dir gerade angesprochen eine eher negative Spirale die sich nach unten dreht.
00:18:41: Jetzt haben wir viel über Rehwild, über Rotwild und über Gams gesprochen sprich über die großen Pflanzenfresser in Oberösterreich unterwegs sind aber nicht so über die Kleinen.
00:18:52: So ein trockener heißer Sommer, was bedeuteten die für unsere kleinen Wildtiere?
00:18:56: Ich denke zum Beispiel an den Hasen.
00:18:57: An den Fasern und so weiter und sofort.
00:19:00: Also in den Niederwildrevieren ist es zu meinen schon viele Jahre obligat, dass künstliche Wasserquellen angelegt werden.
00:19:07: Als Erwasserversorgung passiert da in vielen Gebieten schon künstlich.
00:19:11: Das ist ja perfekt abgedeckt worden also der Leißen.
00:19:13: Die Jägerinnen und Jägern wirklich viel.
00:19:15: das klingt alles so einfach aber sehr viel Arbeit.
00:19:19: Das funktioniert ganz gut.
00:19:20: Die Eesung, das Futter, die Nahrung ist natürlich für diese Biodaten genauso schlecht wie beim Rehwild.
00:19:27: Wie wir es schon angesprochen haben, da hat man Sachen der Qualität und in manchen Gebieten ist dann eben auch durch diesen Ernte oder diese Notreife, Noternte, die passiert ist plötzlich ein Ernteschock entsteht.
00:19:38: Das war alles weg.
00:19:39: Es waren alle Flächen, alle Kulturformen, Kulturfröchte in vierzehn Tagen abgeerntet und die letzten Wiesen oder Rand- oder Rheinstreifen waren braun.
00:19:50: also Da haben wir das selbe Problem, der Hase kann damit recht gut angehen.
00:19:55: Den geht es heuer eigentlich sogar ganz gut.
00:19:57: Der hat nicht diese Notsituation.
00:19:59: Da erwarten wir keinen Einbruch beim Fasaren bei den Rebhöhnen wird's wirklich problematisch allerdings bei Weitem nicht so wie bei den großen Pflanzen zu fressen weil die künstlich versorgt werden dürfen im Sommer.
00:20:11: Die werden im Sommer auch immer wieder versorgt und gefüttert mit Artentsprechenden Nahrung und Futterfütterung, was sie den Niederbildorten werden nie so darunter leiden.
00:20:21: Das sehen wir jetzt schon.
00:20:23: natürlich kann es auch sein dass da noch Erscheinungen kommen im Herbst die wir jetzt noch nicht kennen.
00:20:28: aber bis jetzt ist das Niederwild nicht so dramatisch betroffen auch aber nicht so traumatisch wie die großen Pflanzenfräser.
00:20:37: Du hast angesprochen, dass Niederwilz darf gefüttert werden.
00:20:40: Also Fasane im Sommer zu füttern ist in Ordnung.
00:20:43: bei den Rehen ist es gesetzlich verboten?
00:20:46: Ist das in dem Fall in so einem Ausnahmejahr wie heuer kontraproduktiv?
00:20:50: Ganz letztlich stemmst es vom sechzehn Oktoberweg bis am fünfzehnten Meidefütterung erlaubt und im Sommer ist ein Sommer-Fütterungsverbot rechtlich festgelegt.
00:21:03: Die künstliche Fütterung ist heuer auch überlegt worden.
00:21:08: Es gibt auch die Möglichkeit einer Notzeitregelung im Sommer, es kann sein dass das auch in manchen Regionen durchaus angeregt wird.
00:21:16: Sie entscheiden dann die Behörden mit ihren Sachverständigen.
00:21:21: kann in manche Regionen durchaus eine Hilfe sein.
00:21:24: Wir überlegen auch jetzt im Gesetz etwas zu verankern, wenn das eine neue Erscheinung ist, dass zum Beispiel es sehr leichter wird ein Sommerfütterungsverbot aufzuheben.
00:21:34: aber das muss natürlich auch fachlich sehr genau begleitet und auch begründet sein.
00:21:41: Sommerfötterung ist grundsätzlich abzulehnen, aber kann in so Ausnahmesituationen wie heuer durchaus eine Überbrückung sein?
00:21:50: Nur so ist es gedacht.
00:21:52: und ja, es kann durchaus heuer eine gute Überbrückung eines Problems sein.
00:21:58: Sind kleinere Tiere jetzt bei so Wetterextremen grundsätzlich stärker gefährdert als große oder kann man das eigentlich gar nicht miteinander vergleichen?
00:22:06: Es ist eher umgekehrt, dass die großen Pflanzen fressen.
00:22:10: Das ist erstens den Mangel spüren.
00:22:12: Die brauchen ja z.B.
00:22:13: Rotwürttel.
00:22:13: Hier braucht er relativ grosse Futtermengen.
00:22:17: was wir wenn wir von kleinen Tieren rehen da reden wir ja unter anderem auch von Bodenlebewesen und Insekten, die sehen wir nicht.
00:22:24: Die sind wieder sehr betroffen.
00:22:25: Und da geht es wieder um Fasan- und Rehporn.
00:22:27: Also jenes Niederwild nennen wir das fachlich gesehen, die genau diese Insekte brauchen.
00:22:35: Das löst auch wie der Kettenreaktion aus.
00:22:37: Also die kleinen Tiere, die wir so sehen, also Vogelarten
00:22:40: usw.,
00:22:40: die sind nicht so dramatisch betroffen allerdings wieder durch den Engbass bei den Insektern.
00:22:46: Bodenlebewesene und alle Insektonorten werden betroffen sein.
00:22:50: Mir ist zum Beispiel aufgefallen, ich weiß nicht auf meinen Hof da haben wir ein Heuer weit mehr als hundert Schwalben.
00:22:56: die sind heuer schlagartig abgereist.
00:22:58: Es waren eine paar Tage, haben sie die gesammelt?
00:23:00: das war schon vor einer Woche also vierzehn Tage früher und alle Schwalten sind weg.
00:23:04: und da gibt es noch eine Begründung auch laut Experten, ich habe damit ein paar Ohneteilagen gesprochen.
00:23:09: Das is eben der Insektenmangel der da ist.
00:23:11: Die wissen genau heuer wirds eng, die sind früher Richtung Süden Abgezogen geht es nicht um jagbare Wüter, aber andere Wildtiorten, die durchaus betroffen sind.
00:23:21: Jetzt muss ich eine Frage stellen, die Sie wahrscheinlich viele Menschen stellen.
00:23:24: Wir reden die ganze Zeit darüber, dass Wildtiere unter diesem Sommer leiden Dass sie weniger hochwertige Nahrung finden Teilweise deutlich schlechtere körperliche Reserven haben Und möglicherweise eben schwieriger durch den Winter kommen.
00:23:37: Warum schießt man denn dann überhaupt noch Tiere?
00:23:40: Ja das ist wirklich sehr berechtigte Frage und das ist heuer auch kritisch oder vielleicht zwischbiltig zu sehen.
00:23:50: Für uns ist natürlich eines, aber ich glaube wir haben nach wie vor einen gesetzlichen Auftrag Abschusspläne zu erfüllen.
00:23:56: Unsere Abschlussplänen die behördlich festgelegt sind, die haben ja den Grund.
00:24:00: Die unterliegen eine sehr klaren Vegetationsbeurteilung und eben dann viele fachliche Aspekte, die berücksichtigt werden.
00:24:09: Und das schauen wir uns jetzt einmal an.
00:24:10: Grundsätzlich haben wir nach wie Vor den Auftrag diese Abschlussplane zu erfüllen, es kann auch sein dass diese manche Regionen durchaus vertretbar ist.
00:24:19: Aber und jetzt kommt das entscheidende aber wir haben auch einen gesetzlichen Auftrag unsere Wildtierbestände in einem guten Zustand zu erhalten.
00:24:28: Das nennen wir Hege und diese Hege ist eben heuer auch durchaus etwas anders zu sehen als in anderen Jahren.
00:24:36: Aber ich möchte ja nicht pauschal Beurteilung treffen sondern dies wird je nach Situationen den Regionen zu beurteilen sein.
00:24:45: Grundsätzlich der gesetzliche Auftrag, die Abschlussplanerfüllung bleibt klarerweise erhalten.
00:24:51: aber wenn wir da jetzt Erscheinungen haben dass man sehr viel Fall wild ist sind die Tiere die natürlich Sterben verhungern und Parasiten sterben usw.
00:24:58: sehen dann muss das auch eine Auswirkung haben.
00:25:01: und auf das schauen wir uns ja genau an Beobachten wir es ja genau das enttäle unseres Wildtier Monitorings zudem wir auch verpflichtet sind das wir auch sowieso machen Und das wird sicherlich heuer etwas mehr Achtzumkeit und Aufmerksamkeit brauchen in Abstimmung, klarerweise mit den dafür zuständigen Behörden.
00:25:21: Ich glaube dass das auch für viele Menschen einfach so ein bisschen eine Widerspruch ist.
00:25:24: einerseits sagt man als Jäger, man will das Wild schützen und gleichzeitig tötet man aber die Tiere.
00:25:30: wie passt es zusammen?
00:25:31: Das ist eine grundsätzliche Frage.
00:25:33: also ich behaupte immer ich nenne sogar nur ein bissel dramatische wir lieben unser Wild Das heißt, in letzter Konsequenz wir töten es auch.
00:25:42: Für mich ist das kein Widerspruch aber sehr wohl erklärungsbedürftig – das ist mir klar!
00:25:46: Für den Außen stehen da ein Riesenwiderspruch für mich oder für uns Jägerinnen und Jägern eben nicht.
00:25:52: Es geht ihm darum mit welcher inneren Haltung machen wir das?
00:25:55: Wir machen ja das nicht als Lust weil wir Lustmörder sind sondern weil wir zum einen klarerweise Wildtierbestehen regulieren müssen.
00:26:03: Das ist auch ein gesetzlich, ein gesellschaftlicher Auftrag.
00:26:06: Das muss auch passieren.
00:26:08: Aber wir bekennen uns auch dazu, dass Jagd eine Leidenschaft ist.
00:26:12: Wir leben da auch in den menschlichen ... einen Antrieb aus, der ist vergleichbar mit einem Ernährungs- und Selbstverteidigungstrieb.
00:26:20: So gibt es ja kein Jagdtrieb!
00:26:21: Der muss nur klar begründet sein.
00:26:23: Daher kann ein Jagd nicht etwas Oberflächliches sein was man leichtfertig macht, was man einfach so macht wie es andere auch tun sondern das muss immer ausreichend reflektiert sein.
00:26:32: Dann müssen wir mal eigenen Podcast zu machen.
00:26:34: Das ist ein ganz spannendes Thema.
00:26:36: aber Oberflächlichkeit oder diese Leichtfertigkeit die du berechtigterweise da jetzt fragst hat für mich in der Jagd keinen Platz mehr.
00:26:44: Und in unserer Zeit schon gar nicht mehr, wir wüssten in der Jagd alles erklären was wir tun und was wir nicht erklären können.
00:26:50: davon werden wir uns auch verabschieden
00:26:51: müssen.".
00:26:52: Darüber werden wir dann in der nächsten Folge so als Vorschlag gleich weiter diskutieren.
00:26:57: bleiben wir jetzt noch ganz kurz beim heurigen Jahr ein Jahr, der extreme über das mit sehr viel gesprochen haben.
00:27:03: Jetzt ist es zwanzig sechsundzwanzig.
00:27:06: ich weiß es jetzt ein bisschen früh und überspitzt formuliert aber jetzt sehen wir im Herbst.
00:27:09: de facto ist das ja vorbei.
00:27:10: es ist gelaufen so überspitzen gesagt.
00:27:13: Wenn wir nach vorne schauen oder wenn man ein bisschen in den Rückspiegel schauen, dann sehen wir dass die letzten Jahre, wenn man sich die Statistiken anschaut immer wärmer geworden sind und viele Ausreißer auch im trockenen Jahren öfter vorgekommen sind als in den Perioden davor.
00:27:31: Das heißt wir müssten ja eigentlich davon ausgehen das es in Zukunft ähnliche Jahre wie heuer öfter geben wird und dass das bei weitem nicht das schlimmste Jahr aller Zeiten gewesen ist weil's vielleicht noch Schlimmeren Nachsicht ziehen wird?
00:27:44: Natürlich wissen wir es nicht genau, wie das kommt.
00:27:46: Aber man braucht da kein großer Zukunftsforscher sein, sondern alle Experten sagen uns dass diese Erwärmung voran schreitet und leider deutlich schneller als prognostiziert.
00:27:59: Diese zwei gerade Wärmungen werden wir nicht in den Achtzig Jahren haben, sondern schon in Dressigjahren.
00:28:04: Und das hat natürlich ganz viele Auswirkungen auf die Natur logischerweise auf alle Wildtiere natürlich auch auf uns Menschen.
00:28:14: Für mich ist doch ganz klar, dass wir mit neuen Voraussetzungen und Herausforderungen konfrontiert sind und damit müssen wir uns vorrangig beschäftigen.
00:28:26: Wir haben schon kurz angesprochen natürlich behördliche Aufträge gesellschaftliche Aufträge Auch Aufträge die wir durchaus Dienstleistungen an der Volkswirtschaft, an der Gesellschaft oder an der Landwirtschaft sehen Und trotzdem muss es zum Teil neu gedacht werden und auch dann neu umgesetzt werden.
00:28:44: Wir wissen nicht, was das alles nach Sicht sieht, welche Pflanzenarten bleiben werden, welche Wildtiaten vielleicht verschwenden werden.
00:28:51: Fakt ist wir Menschen haben letztendlich eine ganz, ganz hohe Verpflichtung.
00:28:56: noch dem wir denken können – auch etwas vorausdenken müssen nämlich mindestens eine Menschengeneration in der Fußwirtschaft machen wir das drei-Menschen-Generation im Voraus in der Jagd ein bisschen kürzer in der Landwirtschaft zumindest der Menschengeneration, wir müssen uns darauf einstellen.
00:29:12: Und ich glaube es wird keiner mehr leugnen dass es massive Veränderungen gibt.
00:29:17: sogar meine kleinen Enkelkämter da haben Merken Veränderung die man so nie gehabt haben in dieser Form und das wird eine ganz große Herausforderung der Menschheit.
00:29:29: Würdest du sagen dass Wildarten die für uns jetzt ganz normal sind in Oberösterreich dann wirklich in einigen Jahrzehnten massive Probleme kriegen mit den klimatischen Bedingungen?
00:29:39: Da gibt uns die Vergangenheit eine gute Antwort darauf.
00:29:42: Es hat immer Bereiche gegeben, wo Wildorten ganze Kontinente verlassen haben und wieder bevölkert haben.
00:29:47: Wenn ich jetzt den Gams hernimm... Der Gams ist eben aufgrund von Klimaveränderungen in die Alpen gekommen, hat total optimal gepasst!
00:29:56: Und wie lang der Gams das da jetzt durchhält?
00:29:58: Das werden vielleicht wir nicht erleben aber es kann durchaus sein dass im manchen Regionen leider, leider, wirklich schade und für Gott für uns Jägerinnen und Jägers besonders schwer zu akzeptieren, das Wildorten die wir sehr schätzen.
00:30:12: Die wir auch bewirtschaften, die wir auch lieben.
00:30:14: Wir haben schon gesprochen vielleicht auch verschwenden werden.
00:30:17: Sie werden es auf jeden Fall in Ihren Lebensweisen anpassen oder ihren Lebensraum nicht mehr nutzen können.
00:30:24: Eines ist für mich ganz wichtig dabei zu sagen Es wird nicht der Mensch allein sein, der das Recht hat seine ansprechende Natur zu etablieren und optimal umzusetzen.
00:30:36: Wir werden in Zukunft an unsere Lebenspartner, Lebensraumpartner ein bisschen mehr denken müssen als in der
00:30:43: Vergangenheit."
00:31:04: beobachten müssen.
00:31:05: Aber welche Wildarten würdest du sagen, sind neben dem Ganzen noch betroffen?
00:31:10: Also hauptsächlich betroffen sind einmal alle Böduarten die vom Menschen nicht gemanagt werden haben dieses Wort zu verwenden also alle Böhduaten die direkt von der Natur abhängig seien.
00:31:22: Wer nochmal hauptbetroffen sein nimmt z.B.
00:31:24: wieder den Schneehasen, der kriegt schon allein von seiner biologischen Veranlagung heraus ein Megaproblem dass er im Winter ein weißes Gleit trägt das aber nicht mehr brauchen kann weil es keinen Schnee mehr gibt als er wird für die Fressfeinde noch leichter sichtbar.
00:31:37: genau das was in vorher des Überleben gesichert hat wird plötzlich zum Verhängnis Schneehohn.
00:31:43: Bei den Rafushandorten wissen wir noch nicht genau, wie die Tendenzen aussehen.
00:31:48: Da haben wir jetzt sehr stabile Situationen.
00:31:50: aber es gibt viele, viele Tierarten, die eben auch zum Beispiel unter dieser parasitären Belastung leiden, das werden wir dann zu spüren bekommen.
00:31:58: Aber da sind ganz viele Wildorten betroffen ob kleine oder etwas größere.
00:32:04: All jene will dort eine Betreuungsnummere oder Mensch Einfluss nehmen kann durch Lebensraum, Verbesserung, durch Ruhezonen Und darum stehen durch Futterangebote, werden es vielleicht ein bisschen länger aushalten oder besser.
00:32:17: Und jene die rein auf ihre Wechselwirkung Natur wild dir angewiesen sind, die wird's am meisten treffen.
00:32:26: Wenn sich jetzt die Lebensbedienungen für unser Wild verändern dann muss ich ja auch irgendwie die Jagd wahrscheinlich drauf anpassen.
00:32:33: Wenn wir so etwas vorausschauen in zwanzig dreißig Jahren – ich weiß das jetzt vielleicht viel Kaffee zu lesen und Spekulation mit dabei, aber in welche Richtung glaubst du wird sich in dieser Hinsicht die Jagd verändern müssen?
00:32:45: Also für mich ist einmal klar dass die Wildtierbestände ganz besonders und genau überwacht werden müssen.
00:32:52: Also das heißt zum Monitoring wird mehr, das spürt man jetzt schon bei vielen Wildorten.
00:32:56: Ist auch eurechtlich so vorgeschrieben Und es ist glaube ich auch eine der Kernkompetenz in der Jagd dazukommt.
00:33:02: Die wildtier bestehende vor allem jene, die wir auch bejagen, die in der Liste der Jagdbahnwildtiere gerät sind müssen deutlich besser überwacht werden.
00:33:10: Daten gesammelt werden, fachlich unendlich und wissenschaftlich aufbereitet und dann unsere Handlungen dem angepasst werden.
00:33:19: Es kann nicht sein dass wir eine Situation erkennen und sagen wird ohne was weiter wie immer.
00:33:24: das geht eben nicht.
00:33:25: also der Mensch hat ihm die Eigenschaften und auch die Verantwortung.
00:33:28: wenn er schon denken kann dann sein handeln dem an zu passen wird Auswirkungen setzen müssen und Auswirkung spüren.
00:33:38: Vielleicht zum Abschluss noch eine Frage, was können denn wir Nichtjägerinnen-und-Nichtjäger jetzt eigentlich tun um das Wild nicht noch mehr zu gefährden?
00:33:46: Eigentlich deutlich mehr als manche meinen.
00:33:49: es geht eben darum die Lebensansprüche und Lebensweisen der Wildtiere zu respektieren deren Ruheansprüchen zu respektieren und zu achten.
00:34:00: mit der vorigen Frage oder Antwort ganz eng im Zusammenhang.
00:34:03: Wir denken halt, das ist sehr menschlich immer und dies was für uns super, was ist für uns optimal?
00:34:09: Was kann unsere Ansprüche nach Naturerlebnis noch besser erfüllen als wir optimieren unsere Ansprache ständig?
00:34:16: Wildtiere sind davon oft betroffen!
00:34:19: Das ist jetzt nicht eine Anklage oder eine Kritik.
00:34:21: jeder hat recht Natur zu nutzen.
00:34:23: Aber so wie wir Jäger uns Gedanken und jägerinnen Gedanken machen, was wir denn keinesfalls falsch machen dürfen.
00:34:29: So ist es für jeden Menschen der Natur liebt, Natur schätzt, Natur genießt, Natur auch konsumiert eine Verpflichtung sich mit dem mehr zu beschäftigen als in der Vergangenheit.
00:34:39: D.h.,
00:34:39: die muss ihn immer ganz nahe an uns will dran.
00:34:41: Ich muss oder ich darf Wildtiere aus der Distanz betrachten wenn ich weiß dass es Rückzugsgebiete gibt dort eben nicht stören.
00:34:49: das entscheidet oft überleben und tot.
00:34:53: Und wie gesagt, es geht nicht immer um die Maximierung der menschlichen Ansprüche.
00:34:58: Dann sagen wir Danke lieber Herbert.
00:34:59: und was von diesem Sommer bleiben wird das werden wir also zum Teil erst in den kommenden Monaten sehen.
00:35:05: Zweiundvierzig Prozent weniger Niederschlag in Oberösterreich alleine bis Mitte August ist zunächst nur eine Zahl.
00:35:12: für unsere Wildtiere bedeutet sie aber ganz konkret weniger Wasser schlechtere Nahrung und weniger Möglichkeiten Reserven aufzubauen.
00:35:20: gerade für den Winter Und gerade jetzt beginnt ja auch für manche Arten, wir haben es gehört die anstrengendste Zeit des Jahres.
00:35:27: Beim Rotwild steht die Brunft unmittelbar bevor beim Garns kommt sie dann in den kommenden Wochen danach ebenfalls richtig zum Winter.
00:35:37: und ich nehme aus unserer ersten Folge vor allem eines mit nur weil's draußen irgendwann wieder regnet ist so ein trockener Sommer für die Tiere nicht einfach vorbei.
00:35:45: ganz genau die Natur funktioniert einfach nicht von einem Regenschauer Zum nächsten und was im Frühjahr und Sommer passiert, kann noch monatelang später auch noch Folgen haben.
00:35:55: Und vermutlich werden wir auch in Zukunft öfter damit rechnen müssen wie Hitze und Trockenheit ein verändertes Klima einfach unsere heimischen Wildtiere und ihre Lebensräume verändert.
00:36:06: Das war sie also die erste Folge von Wildwechsel der andere Blick auf die Natur dem neuen Podcast des Oberösterreichischen Landesjagdverbandes.
00:36:15: Dankeschön für die vielen spannenden Fragen.
00:36:17: auf der einen Seite
00:36:18: Ja, und ich sage danke für die spannenden Antworten natürlich.
00:36:22: Danke fürs gute Gespräch!
00:36:23: Und unser Wild und die Natur sagt wem uns Dank.
00:36:26: Dankeschön fürs zuhören und bis zum nächsten Wildwechsel!