Was darf Jagd?

Shownotes

Warum braucht es Jagd überhaupt – und geht es nicht auch ganz ohne das Töten von Tieren?

In dieser Folge sprechen wir über Jagdethik, Verantwortung und die Frage, wo die Grenzen einer zeitgemäßen Jagd liegen. Dabei geht es nicht nur um Gesetze, sondern vor allem um Haltung, Eigenverantwortung und den Respekt vor Wildtieren.

Wir sprechen unter anderem darüber:

  • warum Jagd in unserer Kulturlandschaft überhaupt notwendig ist
  • was passieren würde, wenn nicht mehr gejagt würde
  • wie der Schutz des einzelnen Tieres und der Schutz einer ganzen Population zusammenhängen
  • warum es ethisch vertretbar sein kann, einzelne Tiere zu entnehmen
  • was Weidgerechtigkeit heute bedeutet
  • wann ein Schuss verantwortbar ist – und wann nicht
  • warum Verzicht manchmal Teil guter Jagd ist
  • wie moderne Technik die Jagd verändert
  • warum Drohnen bei der Kitzrettung sinnvoll sind
  • wo die Grenze zwischen technischer Hilfe und „perfektionierter Tötung“ liegt
  • ob ein Wildtier bei der Jagd eine faire Chance haben muss
  • warum Entscheidungen über Leben und Tod nicht an autonome Systeme abgegeben werden sollten
  • warum Menschen gerne jagen
  • ob man sich über ein erlegtes Tier freuen darf
  • und wer am Ende bestimmt, was ethisch vertretbare Jagd ist

Mit Philipp Stögner, Lydia und Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner.

Eine Folge über Verantwortung, innere Haltung und die Frage, was Jagd vom bloßen Töten eines Wildtieres unterscheidet.

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00:00:08: Unbekannt Herzlich willkommen zu Wildwechsel. Der andere Blick auf die Natur. Dem Podcast des oberösterreichischen Landesjagdverbands. Wir wollen auch heute wieder genauer hinschauen auf die Wildtiere, ihre Lebensräume, auf die Jagd und diesmal ganz besonders auf die Frage, was verantwortungsvolle Jagd eigentlich ausmacht. Ich bin Philipp, ich bin Jäger und Mitglied des Oberösterreichischen Landesjagdausschusses. Und ich bin die Lydia, keine Jägerin und damit auch heute wieder zuständig, die Fragen zu stellen, die sich Menschen außerhalb der Jagd vielleicht besonders oft stellen.

00:00:43: Unbekannt Und gemeinsam sprechen wir heute wieder mit unserem oberösterreichischen Landessieger Meister Herbert Sicherheitsleuten. Lieber Herbert, schön, dass du wieder dabei bist und danke für die Einladung. In unserer ersten Folge haben wir über Trockenheit, Klimawandel und die Folgen für unsere Wildtiere gesprochen. Dabei sind wir bei einer Frage gelandet, die eigentlich viel größer ist als nur dieses eine Thema. Wie passt das eigentlich zusammen, dass Jägerinnen und Jäger sagen, sie wollen Wildschützen auf der einen Seite und gleichzeitig aber Tiere töten?

00:01:13: Unbekannt Und genau darüber wollen wir heute sprechen. Ja, fangen wir mal ganz grundsätzlich an Warum braucht es denn Jagd überhaupt? Würde es nicht auch ganz ohne das Töten von Tieren gehen? Also ohne Töten geht es in der Natur definitiv nicht. Töten passieren in der Natur vielfältig und eigentlich überall unter der Erde. Auch wenn man es nicht sieht am Land und in der Luft.

00:01:33: Unbekannt Töten ist ein Teil unseres Lebens gehört dazu. Wie das geboren werden? So ist der Sterben und der wird halt oft von anderen ausgelöst. Und Jagd ist eben ein Teil, denn der Mensch dabei übernommen hat, um zum einen Feinde fernzuhalten, sich von Feinden zu schützen und um sich Nahrungsmittel zu versorgen oder um sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Aber letztendlich gibt es der Mensch vor, dass es die Jagd braucht.

00:01:59: Unbekannt Die Natur selber würde ohne Mensch auch funktionieren. Aber wenn der Mensch dabei ist, wird er eine Rolle spielen. Was würde denn konkret eigentlich passieren, wenn man jetzt sagt, in Oberösterreich hört man vorher auf, morgen mit dem Jagen auf? Also wenn man das auf die Jetztzeit beziehen, wäre das ein Chaos. Der Mensch hat ganz klare Vorgaben, was seine Lebensweisen und Wirtschaftsweisen betrifft.

00:02:21: Unbekannt Und das funktioniert halt nur, wenn man sagt, auch gleichzeitig be sagt. Das heißt, diese menschlichen Vorstellungen, wie Natur sein soll, wie unsere Wälder aussehen sollen, wie wir auch mit durchaus Feinden umgehen. Also damit meine ich jetzt zum Beispiel Beutegreifer, die die Menschen auch bedrohen könnten, hängt letztendlich von den menschlichen Ansprüchen ab. Und wenn diese Ansprüche vorrangig behandelt werden in unserer Zeit, in unserer Gesellschaft, dann braucht es Jagd, damit das alles funktioniert.

00:02:51: Unbekannt Aber wenn wir uns das jetzt in der Praxis vorstellen wir hören, sagen wir heute, jetzt sofort zum Jagen auf. Wir töten keine Tiere mehr. Das heißt, die Tiere werden dann von sich aus mehr und mehr und mehr bis zu irgendeiner gewissen Grenze. Das wird ja auch im Alltag. Dann würde das theoretisch betrachtet jetzt Auswirkungen haben. Was würdest du dir da so ausmalen?

00:03:14: Unbekannt Also die Tragfähigkeit, wie groß unsere Wildtierbestände sind, hängt ja nicht nur von dem ab, was die Natur hergeben würde für die Wildtiere, weil der würde ja sehr sehr viel mehr Platz haben. Diese ökologische Tragfähigkeit unserer Lebensräume ist sehr groß, allerdings nicht die ökonomische. Das kommt dann ganz rasch. Oder diese Wildtier bestehende in Konkurrenz mit menschlichen Ansprüchen. Ob das wirtschaftliche Ansprüche sind oder auch Vorstellungen der Freizeitnutzung Tourismus es würde ganz, ganz schnell eine Unvereinbarkeit entstehen, die wir eben auszugleichen haben.

00:03:49: Unbekannt Von der Natur selber hätte sehr viel mehr Wildplatz als sein darf. Also unsere Rolle ist es da auch, regulierend einzugreifen. Aber auch die Ansprüche der Wildtiere zu benennen. Das heißt ja nicht, dass wir all dem Recht geben. Wir stellen uns ja auch schützend vor das Wild und die Ansprüche der Wildtiere und benennen die auch. Wildtiere haben selber keine Sprache und das ist eben auch ein Ausdruck von Tierschutz und Jagdschutz.

00:04:17: Unbekannt Auf der anderen Seite, wenn die ökologische Tragfähigkeit erreicht wäre, das heißt, es sind so viele Wildtiere da, wie es Nahrung für sie gibt und Platz, dann würden ja trotzdem auch andere Dinge von Zeit zu Zeit in Wellen daherkommen, wie zum Beispiel Krankheiten, die dann die Bestände wieder dezimieren. Das ist ja auch etwas, das mit unserem heutigen Weltbild irgendwie nicht ganz doll übereinstimmt.

00:04:41: Unbekannt Wenn man zum Beispiel durch einen Wald geht und alle 20 Meter liegt irgendwo ein totes Reh und es stinkt wie von nach Verwesung, weil eine Krankheitswelle da durchaus gerade. Das ist extrem Bild, dass es geben kann. Aber grundsätzlich haben wir ja gar kein großes Problem, dass die Natur auch Wildtiere entnimmt. Auch über Leben und Tod entscheidet also natürliche Sterben darf sein.

00:05:06: Unbekannt Was wir allerdings nicht dürfen, auch von Gesetzes wegen. Wir dürfen keine Seuchen oder KrankheitSverläufe zum Beispiel gab es gibt auch viele andere. Solchen Züge dürfen wir nicht dulden. Wir haben da einzugreifen und haben da eben auch regulierend zu wirken, um das zu verhindern. Und ja, es geht letztendlich auch um Verhindern von Tierleid. Wir haben in unserem Verständnis von Tierschutz auch den Auftrag, Tierleid zu verhindern, Leiden abzukürzen, wenn möglich generell fernzuhalten.

00:05:38: Unbekannt Also wenn Wildtier bestehende aufgrund unserer Lebensweise verhungern würden, dann haben wir den Auftrag, diese Wildbestände auch künstlich zu ernähren, diese esung zu ersetzen. Wir nennen das Wildfütterung. Das machen wir hauptsächlich deswegen, um verlorengegangene Lebensräume zu kompensieren und Tierleid zu verhindern. Dann ist Jagd also nicht nur die Entnahme von einzelnen Tieren, sondern auch eine Verantwortung für ganze Wildbestände und für vieles noch, das dann darüber hinaus noch in Zusammenhang steht.

00:06:09: Unbekannt Und genau das ist ja auch gesetzlich verankert. Es geht darum, artenreiche und gesunde und an den Lebensraum angepasste Wildtierbestände zu erhalten. Ja, wenn er Jäger sagt, er schützt das Wild, was meint man denn damit eigentlich? Geht es da um ein einzelnes Tier oder um die gesamte Population? Also wir bekennen uns dazu, der Schutz nicht Nutzung ausschließt. Es gibt natürlich den Schutz Gedanken, das wissen wir, wo man so glaubt.

00:06:35: Unbekannt Man muss eine Glaskuppel drüber stülpen und da darf es keine Einflussnahme geben und schon gar keine Entnahme. Also kein Töten. Wir sehen das anders. Nutzung, die pfleglich ist, die Natur verträglich ist, die Natur angepasst ist, ist sehr wohl vertretbar und auch ein Teil in Ausdruck eines Schutzgedankens. Das sieht übrigens die die Internationale Naturschutzorganisation so, dass sie Jagd ein angewandter Teil des Naturschutzes ist.

00:07:04: Unbekannt Also Jagd ist tatsächlich auch Naturschutz. Und der zweite Teil der Frage war, ob es darum geht, das einzelne Tier zu schützen oder die ganze Population. Da muss man differenzieren. Wir wissen natürlich, dass es schon auch eine individuelle Schutzbeziehung gibt, an der Schutz Notwendigkeit gibt. Aber grundsätzlich sehen wir Naturschutz und Tierschutz auch oder vor allem auf die Population und auf die Zusammenhänge ausgerichtet.

00:07:32: Unbekannt Wir wissen schon, dass in Einzel Individuum Empfindungen hat ein Wesen ist, das auch Angst empfindet, das leben will. Das ist auch zu berücksichtigen. Das ist so die Haupt Herangehensweise der Tierschützer generell. Wir sehen darüber hinaus die ökologischen Zusammenhänge und vor allem den Schutz einer Population in der Gruppe dieser Art und die Auswirkungen darauf. Das ist eigentlich eine Berechtigung für uns, für die Jagd.

00:08:01: Unbekannt Also kann es tatsächlich ethisch richtig sein, ein einzelnes Tier zu töten, gerade weil man eben die Population schützen will? Ja, zum Beispiel. Und den glauben Sie ja, da kann die Tötung eines Tieres, das zum Beispiel der verdächtig ist, das ist eine Krankheit, eine ganze Population damit schützen. Das ist nur ein sehr einfaches Beispiel. Es kann aber auch die Namen einzelner Individuen um eine Regulation, um eine Bestandsgröße festzulegen, das Überleben einer der Gesamtpopulation absichern.

00:08:34: Unbekannt Also wir sind da erstens auch mit der Wissenschaft, aber auch mit vielen jagdlichen Erfahrungswerten ausgestattet und versuchen das immer mitzudenken. Also die Entnahme von Einzel Individuen kann sehr wohl der Population dienen, wenn das ausreichend berücksichtigt und reflektiert ist. Das ist dann vielleicht auch genau der Punkt, an dem ich dann auch wirklich beginnt, sich einerseits zu fragen natürlich, ob etwas erlaubt ist, ob es für das eine Tier etwas zählt, für die ganze Population und auch für den Lebensraum dann gesamtheitlich verantwortbar ist.

00:09:07: Unbekannt Ja, darum geht es im Wesentlichen bei uns, bei der Jagd, also bei uns Jägerinnen und Jäger. Ich betone noch mal natürlich haben wir auch eine Beziehung zum Einzel Individuum. Das Engel Individuum hat ein Lebensrecht, aber es hat immer Auswirkungen, was wir tun auf eine Gesamtpopulation und auf die Wechselwirkungen mit seinem Lebensraum. Und das berücksichtigen wir ganz besonders. Ich nehme es mal in Anspruch, dass das wahrscheinlich nicht jeder, jeder, jeder Jäger macht.

00:09:38: Unbekannt Aber wie als Jagdverband oder der Jagd müssen das jedenfalls tun. Wir müssen uns immer mit den Auswirkungen auf die Population, auf die Wechselwirkungen mit Lebensräumen, auch letztendlich auf Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinandersetzt und konfrontieren. Und dann ist eben eine Entscheidung zu treffen. Ich glaube, dass sie generell viele Menschen schwer tun, viele nicht. Jäger Mit dem Grundgedanken Wenn ich ein Tier wirklich respektiere, warum töte ich es dann, oder?

00:10:08: Unbekannt Das mag für viele ein Widerspruch sein und das verstehe ich auch. Ich kann doch nicht sehen, dass ich in dir das Ich achte, dass ich vielleicht sogar verehre. Wir machen das in schönen Ritualen. Kennt wahrscheinlich jeder. Oder ein Teil davon. Und dann töten wir Tiere. Also wir bekennen uns zu einer Beziehung zu Tieren und dann töten wir Tiere.

00:10:30: Unbekannt Da ist eine Ambivalenz drin, die unbedingt erklärt werden muss. Und ich glaube, das ist eine sehr, sehr individuelle, durchaus auch intime Angelegenheit, der sich jede Jägerin und Jäger stellen sollte. Was mache ich denn eigentlich? Ich nehme Leben eines Lebewesens, das nichts lieber tut, nichts mehr tut als Leben. Es möchte leben. Es ist auch nicht meistens nicht krank. Das ist also selten.

00:10:56: Unbekannt Und diese Entscheidung über Leben und Tod ist eine Frage, der sich jeder Jäger stellen soll und auch seine persönliche Beantwortung finden soll. Und ich sage jetzt ganz hart Wenn das jemand nicht findet, dann soll es auch sein lassen. Wenn jemand sagt ja, eigentlich keine Begründung, ich mag es halt so, was andere auch machen, leichtfertig, oberflächlich, dann empfehle ich und das mache ich auch bei jedem Jungjäger Kurs.

00:11:22: Unbekannt Sage ich das, dann überlegt es euch, ob das wirklich für euch passt, ob sie ihre Berechtigung hat dazu. Es geht um Leben und Tod. Für mich persönlich ist die Beziehung zum Tier meine persönliche Berechtigung. Ich persönlich würde zum Beispiel in dir nicht jagen und töten, von dem ich nichts weiß, mit dem ich mich nicht auseinandergesetzt habe, dessen Lebensräume ich überhaupt nicht kenne.

00:11:46: Unbekannt Es muss für mich seine Schwelle ist, das kann ich nicht auf alle anderen übertragen, aber für mich selber ist das die Berechtigung, dass ich mit dem die Einbeziehung bin, dass ich mich damit auseinandersetze, ob ich dann die Entscheidung treffen darf. Überleben und Tod. Aber es ist die elementarste Entscheidung, die wir Menschen treffen dürfen. Es wird bei einem Lebewesen Fenster für immer und daher darf es nicht oberflächlich sein.

00:12:14: Unbekannt Es wäre schön, wenn das vermutlich jeder so sehen würde. Gerade dieser Ausdruck Respekt vor dem Wild haben. Es gibt in jeder, ich glaube, in jedem Bereich und in jeder Berufsgruppe schwarze Schafe. Wenn ich es jetzt so nennen darf, ist es manchmal einfach eine Aussage, die Jäger sich selbst sagen, damit das Töten sich besser anfühlt. Das mag durchaus sein.

00:12:36: Unbekannt Ich kann natürlich nicht in jedem Jäger hineinblicken und in jede Jägerin. Ich bleibe aber dabei. Es sollte nicht so sein. Es sollten nicht irgendwelche stellvertretende Antworten gegeben oder gefunden werden oder die Verantwortung jemand übertragen werden. Es bleibt letztendlich immer eine ganz große Eigenverantwortung. Wir haben zwischen 800 und 1000 Jung Jägerinnen und Jungjäger, die wir jährlich ausbilden. Und ich habe fast in jedem Kurs die Gelegenheit, einen Diskussionsabend zu verbringen.

00:13:08: Unbekannt Genau darauf lege ich wirklich besonderen Wert. Ich wiederhole es noch einmal Ich möchte zumindest haben, dass jeder, der die Jagd jetzt beginnt, sich damit konfrontiert und dieser Fragestellung nicht ausweicht. Dann wird die Jagd auch verantwortungsvoll ausgeführt und gelebt. Und das ist wichtig. Wenn ich das oberflächlich mache, es nicht reflektiere und sage okay, das haben meine Vorfahren auch gemacht und es war immer so und ja, es hat immer Gründe gegeben.

00:13:35: Unbekannt Warum Menschen gejagt haben. Habe schon ein paar ganz am Anfang angesprochen, aber da verschiebt sich ganz vielen den geschichtlichen und gesellschaftlichen Epochen. Und heute gibt es sehr wohl eine Begründung zum Jagen, sehr wohl auch eine Berechtigung zum Töten. Aber es muss ausreichend reflektiert sein. Jetzt gibt es einen Fachbegriff, der das Töten und die Umstände, wie das Ganze passiert, so einen Art Maßstab unter einen Hut zu bringen versucht.

00:14:06: Unbekannt Wir nennen das die Weitgerechtigkeit. Das klingt für Außenstehende ein bisschen schräg, vielleicht leicht altvater isch, wenn man es so nennen möchte. Wie würdest du weit Gerechtigkeit heute am einfachsten beschreiben? Was da alles drunter? Der Begriff Gerechtigkeit ist tatsächlich viel strapaziert, findet sich auch in gesetzlichen Formulierungen, hin und wieder auch in Bereichen, wo ich mir gar nicht so sicher bin.

00:14:30: Unbekannt Aber das passt. Für mich ist Welt Gerechtigkeit zum einen ein zeitgemäßes Tierschutzverständnis. Ich möchte es nur ausführen. Wir wissen heute nicht erst seit Sigmund Freud, sondern haben es vorher gewusst. Und jetzt wissen wir es auf jeden Fall, dass Wildtiere Empfindungen haben. Sie erleben Empfindungen, die gar nicht so unähnlich unseren menschlichen sind. Das ist ja magst. Sie wollen Leben haben und Überlebenstrieb drückt sich auch im Fluchtverhalten aus.

00:14:59: Unbekannt Sie wollen unserem Nachstellen entkommen. Also Tierschutz heißt zu wissen, dass Wildtiere Empfindungen haben. Und unsere Aufgabe ist es, den Tieren so so wenig als möglich in diese Zustände der Angst das Leid zu versetzen. Also in dem zeitgemäßen Tierschutz entsprechend angepasst muss Jagd zu in der zweite Teil der Welt. Gerechtigkeit ist der Art angepasst aus einem zeitgemäßen und und auch bekannten Art angepassten Verständnis zu jagen.

00:15:33: Unbekannt Hat dann gebastelt. Wir müssen uns mit dieser Art, mit dieser Spezies auseinandersetzen. Wir müssen wissen, was dieses tiefe Lebensweisen hat. Und darauf muss die Jagd ausgerichtet sein, um diese Wildtiere möglichst wenig zu stören. Ihre Lebensweisen und du gehst ja oft um Ruhe, Nahrungsaufnahme, Ruhe in der Fortpflanzung sphase, sich auch irgendwann in Ruhe zum Sterben zurückziehen dürfen, das alles gilt es zu respektieren.

00:15:58: Unbekannt Und der dritte Punkt der Welt Gerechtigkeit ist für mich auch eine Gesellschaft, Verständlichkeit und eine Zukunftsfähigkeit. Es hilft nichts, wenn wir hier durch kryptische Anleitungen und selber zurechtlegen, aber es verstehen uns niemand. Es muss letztendlich all das, was wir tun, in der Jagdgesellschaft verständlich und für mich damit doch zukunftsfähig sein. Da gibt es dann einen ganz klaren Ausfluss daraus, oder oder er Ergebnis daraus.

00:16:26: Unbekannt Wir jagen natürlich in rechtlichen Rahmenbedingungen und Gesetze werden bekanntlich vom Gesetzgeber, sprich von der Politik gemacht. Und die Politik und die Gesetzgeber sind auch Menschen wie wir. Und die werden immer so entscheiden, wie sie das auch von der Gesellschaft leiten und auch selber verstehen können. Daher müssen wir nicht nur Tierschutz konform hat angepasst jagen, sondern auch so jagen und erklären können, dass es nicht jeder verstehen.

00:16:53: Unbekannt Und alles, was er nicht Heger nicht verstehen kann, hat aus meiner Sicht nicht allzu viel Zukunft. Apropos Verständnis vielleicht für mich noch einmal kurz weit Gerechtigkeit. Ist es wirklich ein verbindlicher Maßstab oder kann da am Ende jeder Jäger darunter verstehen, was für ihn gerade passt? Also das Verbindliche gibt der Gesetzgeber vor. Wir haben Schusszeiten, wir haben schon Seiten.

00:17:15: Unbekannt Wir haben auch über den Tierschutz ganz klare Anleitungen, was dir passieren darf und was nicht. Also wir dürfen dir keinesfalls leichtfertig Leid zufügen. Schmerz zufügen, der Tötung sagt, wenn er gesetzt wird, hat eine ganz klare Prämisse, soll ihm schnell gesetzt werden und zu einem raschen Tod führen und darf keinesfalls Notwendigkeit oder irgendwie Leichtfertigkeit beinhalten. Auch wenn das passieren kann.

00:17:41: Unbekannt Das wissen wir schon. Aber grundsätzlich, das sind Vorgaben, die sind auch nicht verhandelbar. Die sind so, aber diese, diese persönliche Auseinandersetzung mit der Welt, Gerechtigkeit, die Gewichtungen sind durchaus auch individuell zu sehen. Aber nur mal über all dem drüber ist der gesetzliche Rahmen. Dann haben wir als Jagdverbände natürlich auch interne Spielregeln oder Werte. Das sind durchaus auch aus der Vergangenheit abgeleitet und durchaus auch so gesteckt, dass man da Spielräume sieht.

00:18:16: Unbekannt Und dann gibt es noch die persönliche Herangehensweise, die im gründlich überlegt sein muss und sich in diesem Rahmen bewegen muss. Wann ist denn ein Schuss aus deiner Sicht ethisch vertretbar und wann sollte man ihn besser nicht abgeben? Also zuerst vorher schon gesprochen. Ich sollte mich mit dem Wildtier beschäftigt haben, dann weiß ich auch, welches Individuum oder vielleicht sind es auch mehrere, darf ich entnehmen.

00:18:43: Unbekannt Das ist jetzt für uns eigentlich fast Tagesgeschäft für nasse stehen und kompliziert. Aber das wissen wir relativ rasch. Darauf sind wir konditioniert, geschult, ausgebildet. Also das ist einmal, muss man wissen, darf ich das Wild jagen? Dann geht es eben um die äußeren Umstände. Wo darf ich das bergen? Welche Auflagen sind da einzuhalten? Also immer das Mutter dir nach dem Kalb zum Beispiel, wenn es um weibliche Stücke geht oder nach dem Jungtier.

00:19:11: Unbekannt Immer diese diese Gesetzmäßigkeiten, die sich immer wiederholen, klarerweise zu berücksichtigen, dann das Umfeld zu beachten. Störe ich jemand mit der Jagdausübung? Wir dürfen auch mit der Jagdausübung weder wenn gefährden, auch niemand anders stören. Die Störung ist natürlich jetzt ein temporärer Begriff. Da gibt es auch wieder klare Formulierungen. Aber all das ist zu berücksichtigen. Und über allem steht dann wieder der Sicherheitsgedanke.

00:19:35: Unbekannt Es muss ganz klar geregelt sein und für mich geregelt sein, dass ich mit der Schussabgabe niemand gefährde. Es muss ein Schuss Kugelfang da sein. Es muss in jeder Hinsicht musste Sicherheit immer bedacht haben im Umgang mit der Waffe und natürlich auch in der Treffsicherheit. Da gibt es dann Distanzen, die man einhalten muss, die man auch mit moderner Technik nicht überschreiten sollte.

00:19:59: Unbekannt Und man sollte natürlich auch für sich selber noch eine gewisse nahe Beziehung zum Bild spüren und ist ganz klar auch zu erkennen. Ist es das wirklich? Das passende Stück? Und vor allem was passiert nach dem Schuss mit dem Stück? Das würde wirklich einen guten Überblick haben. Also auch da wieder Leichtfertigkeit oder schnelle Entscheidung, weil ich halt unbedingt Beute machen will.

00:20:22: Unbekannt Rechtfertigt keinesfalls ein oberflächliches oder leichtfertige Jagen. Jetzt sollen wir uns mit dem Wild beschäftigen. Wir sollen auf die anderen aufpassen. Wir sollen auf die Gesetze Rücksicht nehmen, auf die Offiziellen aus dem Gesetzbuch, dann auch noch auf die der Jägerinnen und Jäger in der Welt. Gerechtigkeit. Also da müssen wir schon mal auf ganz, ganz viel aufpassen. Auf der anderen Seite haben wir teilweise gesetzliche Abschusspläne, wo drinnen steht, wir müssen so und so viel Stück von dieser Wild Art und jener Wildart liefern.

00:20:55: Unbekannt Das muss bis zum Beispiel 3112 erledigt sein. Wenn nicht, setzt es Strafen. Das heißt, auf der anderen Seite haben wir auch sehr viel Druck, Beute machen zu müssen. Ist es dann trotzdem eine der wichtigsten Fähigkeiten von einer guten Jägerin, einem guten Jäger? Manchmal die Entscheidung, den Finger gerade zu lassen und eben nicht zu schießen, obwohl man diesen ganzen Rucksack an Druck mitbekommt.

00:21:19: Unbekannt Also das Anforderungsprofil hast du schon sehr gut geschärft. Und ja, es ist so, es geht um was. Ich habe schon erklärt, es geht um viel. Zum einen um den ethischen Zugang, aber es geht letztendlich auch um einen Auftrag, den wir zu erfüllen haben. Und ich sage es ganz klar Wenn wir das nicht können, dann muss jemand anderer machen.

00:21:38: Unbekannt Und es werden in Zukunft wahrscheinlich technische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um das auch zu machen. Das ist dann halt nicht mehr Jagd. Aber über das reden wir vielleicht noch. Aber ja, wenn wir dieses Privileg uns herausnehmen, über Leben und Tod zu entscheiden, Wildtierbestände zu regulieren. Darum geht es mit den vielen Auswirkungen, die damit verbunden sind. Das können sie sein, aber auch ökonomisch.

00:22:03: Unbekannt Dann ist das einfach eine große Verantwortung. Ich weiß, dass das vor 50 Jahren noch nicht so war. Da hat man manches heute gemacht, weil es alle gemacht haben und immer gemacht haben. Das ist heute deutlich kritischer und damit noch hinter gehend noch mehr Druck als früher, weil es eben noch mehr Ansprüche auf die Natur gibt, noch mehr wirtschaftliche Ansprüche gibt.

00:22:25: Unbekannt Daher wird Jagd aus meiner Sicht doch auch in Zukunft etwas mehr Professionalität und mehr Kompetenz brauchen. Und wer kontrolliert eigentlich, ob jemand, ob er Jäger Jägerin seine eigenen Grenzen realistisch einschätzt? Also das ist ja grundsätzlich auch viel mit Selbstkontrolle und Eigenverantwortung verbunden. In Jagd Gesellschaften gibt es natürlich Hierarchien. Gibt es eine Jagdleiter? Es gibt Jagdschutz, Organe, die auch eine Funktion haben, die im Auftrag der Behörde manches überwachen.

00:22:57: Unbekannt Aber es bleibt letztendlich die Eigenverantwortung bleibt eigentlich unumgänglich. Das ist die Basis des jagdlichen Handels. Und es wird nicht bei jedem Schuss oder bei jeder Entscheidung unbedingt jemand dabei sein und diese überwachen können. Man kann die Gesamtsituation überwachen. Die Auswirkungen hat das gerecht. Haben wir noch ein sehr gutes System, Aber ob all das ausreichend berücksichtigt wurde, von dem wir jetzt reden, bleibt doch viel Eigenverantwortung.

00:23:28: Unbekannt Du hast das vorhin schon angesprochen Die Technik spielt in diesem Bereich auch eine immer größere Rolle. Das Thema ist jetzt nichts, was erst seit die letzten fünf sechs Jahre da ist. Man hat auch vor 100 Jahren über die Einführung eines Zielfernrohr diskutiert, dass das Wild keine Chance mehr hat. Heute fliegen Wärmebilddrohnen und Retten von Jägern und Jägerinnen gesteuert rehkitz.

00:23:52: Unbekannt Also wir haben eine ganz große Bandbreite, wenn man in die Technik Kiste greifen möchte. In manchen Bereichen ist sie uns sehr recht. Also die Kids Rettung jetzt gerade angesprochen. In anderer Hinsicht geht es vielleicht irgendwann so weit, dass das Wild keine Chance mehr de facto hat. Ist das das Ziel, auf der einen Seite sicherer, präziser zu töten zum Beispiel und dem Wild damit jegliche Chance auch irgendwo zu nehmen?

00:24:18: Unbekannt Das ist eine sehr komplexe Thematik. Ich freue mich aber über die Frage, weil es uns momentan extrem beschäftigt und die Jagd noch nie so beschäftigt hat wie heute. Warum die Technik für mich Grundgedanke dabei kann Fluch und Segen zugleich sein. Und die Technik hat menschliche Schwächen. Sinne schwächen den Wildtieren gegenüber immer irgendwie egalisiert und und letztendlich den Menschen immer gewisse Vorteile unterstützt, verbessert.

00:24:48: Unbekannt Du hast schon ein paar angesprochen. Irgendwann wurde vom Fell und Bogen zur Armbrust vor allem was zur Feuerwaffe von der Feuerwaffe über mich irgendwann zu vielen optischen Verbesserungen, ballistische Verbesserungen und all das hat auch dazu beigetragen, dass Tötung durchaus tierschutzkonformer passiert. Selbe betrifft die Kids Rettung. Wir haben noch nie so Effizienz gehabt wie jetzt mit den Drohnen. Allerdings erreichen wir eine Grenze, wo sich dieses Gleichgewicht, dieser Ansatz der Fairness, dem wir dem Wild auch gegenüber bringen müssen.

00:25:21: Unbekannt Das heißt will muss immer eine Chance haben, sich unserem Nachstellen zu entziehen. Dass das völlig aus dem aus der Waage gerät, das ist ein totales Ungleichgewicht bekommt, weil Wildtiere tatsächlich in Zukunft mit KI unterstützter Technik keine Chance mehr haben. Das heißt, es geht nicht mehr um meine, um meine, meine Ausgleich von menschlichen Sinnes, Menschen und Schwächen, sondern jetzt geht es eher darum, dem Wild keine Chance mehr zu lassen.

00:25:49: Unbekannt Und es wird eigentlich damit der Tötungsakt perfektioniert. Jetzt kann man wieder sagen Tierschutz. Gerecht ist das ja, Es passieren keine menschlichen Fehler mehr, es wird kein Schuss mehr verwackelt, der Schuss wird garantiert gesetzt auf noch weitere Distanz. Es gibt wenige Störung und jetzt kommt die Kardinalfrage Ist das dann noch Jagd? Es ist perfektionierte Tötung, wenn ich es mit einer Schlachtung vergleiche.

00:26:15: Unbekannt Schlachtung ist so tierschutzkonform als möglich durchzuführen. Da geht es auch nicht um Emotionen, geht auch nicht um Empathie. Bei der Jagd geht es um sehr viel mehr. Jagd ist ja nicht nur der Tötung sagt, sondern Jagd ist immer ein Kampf der Sinne von Wildtier und Mensch. Und wenn dieser Kampf aufgehört hat, Kampf oder Vergleich zu sein, ist die Fairness weg, weil das Wild keine Chance mehr hat.

00:26:40: Unbekannt Und letztendlich geht es nur mehr darum, die Entscheidung zu treffen. Und jetzt sind wir bei der entscheidenden Frage Was ist Jagd? Ist Jagd eine Handlung oder ist es eine Haltung? Für mich ist die Jagd mehr Haltung als Handlung. Handlung ist das Handwerk, das wir beherrschen müssen. Da haben wir hohe Ansprüche, noch höher als in der Vergangenheit. Die sind auch technisch zu unterstützen.

00:27:02: Unbekannt Das ist okay. Aber die Haltung kann mir die Technik niemals ersetzen. Und wenn ich zur Tötung keine Haltung mehr brauche, dann ist es nicht mehr Jagd. Dann ist es eben die perfektionierte Tötung. Die wird von manchen gefordert, aber es ist das Ende der Jagd. Daher ist es für mich klar, dass wir Grenzen erreicht haben, die wir nicht mehr beschreiten dürfen.

00:27:23: Unbekannt Das haben vielleicht vor uns auch schon manche gesagt. Aber jetzt ist es erstmals, dass die Technik den menschlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten weit davonläuft und natürlich auch den Möglichkeiten der Wildtiere. Und daher ist eine Grenze erreicht, die wir nicht mehr beschreiten dürfen. So jetzt praktisches Beispiel vielleicht in militärischen Konflikten. Beispielhaft In der Ukraine zum Beispiel hört man aktuell sehr viel über autonome Systeme, Drohnen, die KI gesteuert, den Gegner verfolgen und bekämpfen und schlussendlich auch töten.

00:27:54: Unbekannt Das heißt, die militärische Entwicklung ist ja meistens der Jagd einige Jahre, Jahrzehnte voraus. Aber das ist im Prinzip die Richtung, in die es geht. Es kann in die Richtung gehen, nur es darf nicht in die Richtung gehen. Ich wiederhole das, was ich gesagt habe, dann ist es eben nicht mehr Jagd. Es ist perfektionierte Tötung, die natürlich immer aus tragischerweise aus der humanen Kriegsführung herkommt und uns zeigt, was möglich ist.

00:28:20: Unbekannt Und es wird tatsächlich in Zukunft garantiert ohne menschliche Einflussnahme das Töten von Wildtieren möglich sein. Daher werden auch menschliche Fehler und Schwächen ausgeschlossen werden. Es ist möglich, nur es ist nicht mehr Jagd. Es ist nicht das, was in unseren Zellen und Genen sitzt. Und da sitzt sehr viel, nämlich ein Jagdtrieb in Beutetrieb, der vergleichbar ist mit einem Selbsterhaltungstrieb, Ernährungstrieb, Sexualtrieb, alles gleich.

00:28:49: Unbekannt Das da ist etwas in uns, was auch gelebt werden will, was aber natürlich auch mit Schwächen verbunden ist. Genau diese Schwächen geben dem Wild die Chance. Und wenn diese Schwächen nicht mehr da sind, weil sie durch Technik optimieren legalisiert werden, dann ist es aus meiner Sicht nicht mehr Jagd. Aber ich gebe ganz ehrlich zu, das ist meine subjektive Sichtweise, die nicht jeder so tragen muss.

00:29:13: Unbekannt Für mich ist es klar, ich würde dann nicht mehr jagen. Also wenn man das nicht mehr zusammenfasst. Für dich ist es absolut wichtig, dass bei der Jagd das Wildtier zum einen eine faire Chance hat und zum anderen, dass dann aber trotzdem auch der Mensch die Entscheidung trifft. Darum geht es. Es ist genau das, was du gesagt hast. Also das muss letztendlich immer eine Chance haben.

00:29:36: Unbekannt Ob das jetzt menschliche Schwächen sind, ob das Distanzen sind, ob das Wahrnehmung ist und weil das Wild halt wesentlich besser ist. Eine Art wie mir, wie wir Menschen sich unserem Nachstellen zu entziehen und das andere, das Töten eines Tieres. Ich habe schon ein bisschen skizziert, wie ich das sehe. Das ist eine ganz, ganz große Verantwortung. Es geht um Leben und Tod.

00:29:56: Unbekannt Das Elementarste, was es gibt, kann niemals von Technik entschieden werden. Es ist möglich, aber das dürfen wir nicht zulassen in der Jagd. Das ist in der Schlachtung durchaus berechtigt, aber eben nicht in der Jagd. Jagd hat immer den Anspruch auf Beziehung, auf Emotion. Und es geht nicht um die rationale Lösung der Tötung von Tieren, sondern um die emotionale Lösung.

00:30:20: Unbekannt Und Jagd ist immer eine emotionale Lösung. Und das soll es auch bleiben, auch mit manchen Mängeln und Schwächen, die es hat, wenn Jagd so viel Verantwortung bedeutet und am Ende natürlich dann immer mit dem Töten eines Tieres verbunden sein kann, fragen sich halt viele Menschen, besonders nicht. Jäger Natürlich, warum macht man das eigentlich gerne? Und das ist jetzt eine eine Auseinandersetzung, die wir uns wirklich als Jäger stellen dürfen und auch stolz sein dürfen darauf, dass das bei uns sich noch in dieser Form ausdrückt und gelebt wird.

00:30:53: Unbekannt So schräg es für nicht Jäger ist, wir tragen da etwas in uns, wo ich behaupte ist, das trägt jeder Mensch in sich. Nur es lebt nicht jeder Mensch. Aber das heißt nicht, dass es nicht in uns ist. Ein Beutetrieb hat sehr viel damit zu tun, in uns, uns vor Feinden zu schützen. Es kommt natürlich aus unseren Sprüngen und Wurzeln und um uns mit Nahrung zu versorgen.

00:31:15: Unbekannt Beides wäre heute wahrscheinlich nicht mehr unbedingt notwendig, obwohl die Nahrungs und Lebensmittel Beschaffung von Wildbret immer noch ein wesentliche Begründung für die Jagd ist. Aber es ist tatsächlich nicht mehr überlebenswichtig für uns und für Hände haben wir auch keine mehr, Aber es sitzt in uns. Es ist eine ganz, ganz tiefe menschliche Regung und Tugend, behaupte ich, und nicht eine und ugend nur deswegen, weil sie jemand nicht mehr leben mag oder sich diese Tätigkeiten von meinen anderen erledigen lässt und sich die Schnitzel dann gerne am Tisch servieren lässt.

00:31:47: Unbekannt Das ist ja absolut okay. Ich erwarte mir auch von von, nicht von jedem. Aber wir sind noch jene. Und ich sage jetzt einmal ganz bewusst Gentreger, die das in eine sehr ursprünglichen Form und mit tiefstem Bekenntnis und Überlegung auch leben. Wir sagen Ah und wir sagen B. Also es hat natürlich, es macht etwas mit uns. Es hat eine hohe Verantwortung.

00:32:11: Unbekannt Und diese Verantwortung hat seine Begründung aus meiner Sicht in unseren Wurzeln, in unserer Vergangenheit. Und es ist ein Teil von uns. Wir sprechen heute ganz, ganz viel über Ethik. Wie siehst du das? Grundsätzlich darf man sich als Jäger oder Jägerin freuen, ein Tier erlegt zu haben. Ich denke, es ist die Freude und die Erfüllung einer Freude. Ein ganz wesentlicher Antrieb zur Jagd.

00:32:40: Unbekannt Wir nehmen zum Teil enorme Strapazen auf uns. Das würde kein Mensch machen, wenn es nicht damit auch eine gewisse Befriedigung eines Triebes, eines Antriebs, einer Sehnsucht erleben würde. Jagd hat immer etwas mit Sehnsucht zu tun. Man strebt nach was. Das Streben nach Beute ist für mich bereits Jagd, Aber die Erfüllung dieses Strebens löst eine besondere Freude aus, aber nicht Spaß.

00:33:05: Unbekannt Ich lehne den Begriff Spaß genauso wie Hopp in der Jagd für mich persönlich ab. Ich höre so oft, da haben wir darin gehabt und das war ist auf alles sein. Die Tötung eines Tieres sollte damit nichts zu tun haben. Es ist eine zu große Verantwortung, löst aber eine ganz tiefe innere Berührtheit. Und es ist eine Form von Freude aus.

00:33:25: Unbekannt Hat aber nichts mit dir und Spaß zu tun. So lustig ist es nicht für das Tier, weil es gestorben ist. Und ich darf durchaus Demut, Respekt empfinden und trotzdem Freude empfinden. Das ist für mich keine Ambivalenz. Und die Freuden Tränen kommen für mich oft erst nach den Momenten und auch nach Trauer. Tränen. Ich habe das schon selber erlebt und bei anderen etwas sehr viel Bier führend erlebt, dass da mal Tränen da waren, auch der Trauer, weil man einem Tier das Leben genommen hat.

00:33:58: Unbekannt Und da gibt es ganz besonders Schönes vor einem liegt. Wildtiere sind so ästhetisch, so schön. Wir haben schon oft gefragt Warum kostet ja Tod, das hat ja nichts angetan. Da gibt es auch keine Wut, auch keine Abrechnung, auch keine böse Absicht, sondern es ist ein klares Bekenntnis, was ich gesetzt habe. Und das löst in mir Freude aus. Also ja, wir dürfen uns freuen, aber nicht darüber, weil dieses so geile Geschichte war und das wäre super Story im Wirtshaus abgibt, sondern weil wir erfolgreich etwas erfüllt haben, was wir angestrebt haben.

00:34:35: Unbekannt Ich glaube, da sollten wir wahrscheinlich auch ehrlich zu uns selbst sein. Wir gehen jetzt nicht hinaus, weil wir irgendwo einen Abschuss Plan erfüllen wollen. Unbedingt. Ich glaube, das ist nicht das vorrangige Ziel. Wir jagen auch wirklich gerne und diese Ehrlichkeit und selbst gegenüber und auch nach außen ist glaube ich auch ein wichtiger Teil der Jagd Ethik, Wenn wir da glaubhaft bleiben wollen.

00:34:55: Unbekannt Ja. Für mich ist es beides. Jagd hat auch Funktionen zu erfüllen. Jagd hat auch hin und wieder den Charakter einer Dienstleistung. Und ich sage beim selben Atemzug Aber Jagd ist niemals Dienstleistung und Funktion per se. Da bin ich komplett bei dir. Diese Begründung schieben manche vor, um sich zu rechtfertigen. Es ist für mich unerlässlich. Vollkommen richtig ist einer jeden Tag um vier in der Früh auf den Wald vor Will verbiss zu schützen.

00:35:24: Unbekannt Es ist eine Auswirkung davon, ein Auftrag, den wir haben. Da erfüllen wir Dienstleistungen für die Forstwirtschaft, für die Gesellschaft, für die Natur. Das machen wir. Aber der wahre Antrieb zur Jagd ist viel tiefer gelagert. Der sitzt in einem Beutetrieb, in dem, was wir auch in der Natur, im Zusammenhängen, erleben und verstehen wollen, wo wir uns berühren lassen, wo wir auch an vielen, vielen Kleinigkeiten am Rande des Biersteigs Freude und Dankbarkeit erleben.

00:35:52: Unbekannt In der Biophilie drückt sich ja genau das aus, was in unserer Entwicklung zugrunde gelegt ist dass wir eine besondere Beziehung zu allem Lebendigen haben. Biofilm heißt Bio, Leben und Filet ist Liebe. Also wir haben eine Liebe zum Leben. Das drückt sich darin aus und daher ist das ganz tiefe Emotion in erster Linie, was Jagd betrifft und nicht die Erfüllung einer Aufgabe.

00:36:16: Unbekannt Manche möchten uns darauf reduzieren, gelingt manchen vielleicht auch oder bei manchen Jägerinnen und Jägern. Aber davor war ich. Jagd ist keine Dienstleistung. Die wird dann nämlich von Maschinen und Robotern in Zukunft perfekt und besser gemacht. Wer entscheidet denn am Ende des Tages eigentlich, was ethisch vertretbar Jagd ist? Die Jäger, das Gesetz oder die Gesellschaft? Ich würde die Reihenfolge etwas etwas umdrehen.

00:36:42: Unbekannt Also ich gehe mal davon aus, dass jedes Gesetz den Menschen zu dienen hat. Also der Gesetzgeber wird Gesetze so gestalten müssen, wenn sie auch langfristig halten sollen, dass sie der Gesellschaft und dem Menschen dienen. Also das Gesetz wird nicht irgendwo in den Haaren herbeigezogen, sondern ist letztendlich immer ein notwendiger Rahmen, um Ordnungen zu schaffen. Und die Ordnungen, die es da zu schaffen gibt, sind zu meinen.

00:37:11: Unbekannt Ich habe schon angesprochen, natürlich damit verbunden, dass es Ergebnisse geben muss. Es muss, es muss Wirkungen geben, positive Wirkungen auf die Lebensräume, auf gesellschaftliche Anforderungen. Und trotzdem steht über überall dem die persönliche Grenzziehung, die persönliche Abgrenzung dessen, was ich tue. Das wird mir kein Gesetzgeber abnehmen können. Der kann ein Rahmen dafür vorgeben, was wir tun dürfen. Wir haben zum Beispiel Schussseiten schon Seiten, aber das will nicht Bejagt werden darf.

00:37:45: Unbekannt Wir haben will Daten, die wir bejahen dürfen. Andere, die wir keinesfalls bejahen dürfen, andere, die besonderen Schutzstatus hat. All das ist vorgegeben. Aber die letzten, das ist eine der letzten großen menschlichen Freiheiten, das schon oft bezeichnet hat Der Mensch, der Jäger, die Jägerin selber zu treffen. Und das alles spielt sich dann ab in einem gesetzlichen Rahmen, der von gesellschaftlichen Entwicklungen, von den gesellschaftlichen Verständnis aus meiner Sicht abhängig ist.

00:38:14: Unbekannt Das heißt, es geht auch um gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd. Wie sehr muss man sich in der Jagd dieser gesellschaftlichen Akzeptanz heute anpassen, sich selbst vielleicht auch kritisch regelmäßig hinterfragen, also kritisch hinterfragen ist allemal gut und für mich eigentlich Tages. Thema ist passieren so viele Sachen, so viele Abläufe draußen, die immer kritisch hinterfragt werden müssen. Aber es könnte sich jetzt daraus auch ableiten, dass die Gesellschaft sagt und es gibt ja in manchen Ländern, wir wollen die Jagd nicht mehr.

00:38:46: Unbekannt Das ist eigentlich etwas, was wir nicht mehr verstehen. Aber brauchen wir es nicht? Dem folgend ist für mich klar, dass wir Jagd heute ganz, ganz viel erklären müssen, noch sehr viel mehr erklären müssen als noch vor 30 Jahren. Es war wirklich zu meinen Anfängen der Jagd noch so vieles selbstverständlich und nicht nicht hinterfragt. Das war eben so, man hat es gemacht.

00:39:09: Unbekannt Es war eine Nutzungsform, eine legitime Landnutzung Form aus. Es hat genügt. Da haben wir Rituale gehabt, die haben eine Rolle verstanden, aber es war so, und heute müssen wir auch unsere Rituale erklären. Und ich behaupte ja auch und von manchen verabschieden, die eben nicht mehr zeitgemäß sind. Zum Beispiel darf in der Jagd für mich überhaupt nichts mehr drin sein, was eine gewisse Verrohung oder eine Missachtung der Grundsätze, die wir schon besprochen haben, das Wissen, welche Empfindungen Wildtiere haben, auch einem gewissen Biodiversität Verständnis untergeordnet sein.

00:39:42: Unbekannt Also dass es viele Lebewesen gibt, die zusammenspielen und in Wechselwirkung sind. Für uns sind Nicht nur die Jagdborn will dort interessant, die paar wenigen, sondern das gesamte Gefüge und all dieses, dieses zusammen. Dieses Verständnis ergibt dann letztendlich die Antwort darauf. Vielleicht kannst du abschließend für uns noch einmal alles auf den Punkt bringen. Was unterscheidet für dich verantwortungsvolle Jagd vom bloßen Töten eines Wildtieres?

00:40:09: Unbekannt Ja, ich. Ich mache es ganz einfach. Immer mit zwei Begriffen, die sich für mich auch nicht ersetzen lassen. Das eine ist die Oberflächlichkeit, Also das ist etwas, was für mich in der Jagd in unserer Zeit keinen Platz mehr hat. Es gibt ganz. Es gibt keinen einzigen Grund, würde ich sagen, eine Jagd zu erhalten. Und da verstehe ich einen Kritiker, die eben eine eine Funktion ausübt, ohne das ausreichend zu bedenken, was ich damit auslöse.

00:40:37: Unbekannt Die Verantwortung ist enorm groß und die Leichtfertigkeit, dass Jagd der Jux ist, egal ist, weil man, wenn man Zeit übrig hat, weil man nicht unbedingt Golfspielen mag oder Kartenspielen. Jetzt gehen wir heute jagen. Das kann es und wird es nicht sein. Das ist die Verantwortung zu groß. Und diese beiden Werte unterscheiden für mich das, was in der Jagd zukunftsfähig ist, was auch für mich den guten Jäger ausmacht, nicht wie groß er Trophäe ist, wie groß eine Tagesstrecke ist.

00:41:06: Unbekannt Das sind alles Ergebnisse, die man anstreben kann, die man auch unterstützen kann. Da gibt es auch das große, die große monetäre Bedeutung, die Jagd, den Wirtschaftsfaktor. Das ist alles kein Widerspruch, wenn ich es mit der richtigen inneren Haltung mache. Es wird aber dann zum Widerspruch, wenn ich es darauf reduziere. Und für mich ist es immer ganz entscheidend, wo sich der Mensch, nachdem wir heute einen Geist haben, nachdem wir Hirn haben und denken dürfen und auch ein Herz haben, wo wir uns von anderen Wesen unterscheiden, dass das unser, unser Tun sich nicht auf dasselbe reduzieren darf wie bei einem Wildtier.

00:41:41: Unbekannt Der Wolf reißt ein Reh, um es zu fressen. Der überlegt keine Sekunde, warum man es macht. Der hat doch keine besonderen Ansprüche darauf. Ein bisschen nur fressen und töten, weil das so macht. Der Mensch hat halt die Fähigkeit und die Eigenschaft zu denken und er muss immer wissen, dass das damit auch sehr viel mehr Verantwortung bringt. Wir schmücken unsere Jagd ja mit vielen Dingen aus, die das Notwendige und Nützliche bei weitem überschreiten.

00:42:09: Unbekannt Wir machen nicht lauter Dinge, die rational sind. Ich habe schon angesprochen, da ist vieles auch für Nichtjäger skurril. Und mit der unterscheiden wir Menschen uns ganz, ganz wesentlich wesentlich von anderen Wesen, die halt anders sind wie wir Menschen. Was wir heute vielleicht besonders deutlich gehört haben Die Jagd Ethik beginnt eben nicht dort, wo das Gesetz aufhört, sondern vielleicht schon viel, viel früher.

00:42:35: Unbekannt Es geht um Verantwortung für das einzelne Tier, für eine ganze Population und für ihre Lebensräume. Es geht darum, die eigenen Grenzen zu kennen, Technik bewusst einzusetzen und nicht alles zu tun, nur weil es technisch oder rechtlich einfach möglich wäre. Ja, und ich nehme vor allem heute mit, dass Jagdethik keine einfache Antwort auf die Frage ist, ob Töten richtig oder falsch ist, sondern dass es sehr stark darauf ankommt, warum, wie und mit welcher Verantwortung und vor allem mit welcher inneren Haltung das gehandelt wird.

00:43:09: Unbekannt Und ich nehme mit, dass wir einen ganz großen Auftrag haben, wo ich Jagdverband, Jagdvertreter möglichst viel zu erklären, transparent, offen, ehrlich und glaubwürdig. Und dann bin ich überzeugt, dass Jagd von vielen verstanden wird, vielleicht von manchen nicht gelebt wird, auch nicht besonders gemocht wird, aber verstanden wird, was wir Jäger innen und Jäger mit großer Verantwortung in uns tragen und leben.

00:43:33: Unbekannt Und das war's damit auch schon wieder für heute von unserem Wildwechsel. Der andere Blick auf die Natur. Der Podcast des oberösterreichischen Landesjagdverbands. Wir sagen Danke fürs Zuhören Und die Natur, die sagt Weidmann's Dank!